Wer oder was treibt mich? und wohin?

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Liebe Schwester, lieber Bruder,
liebe Gemeinde-Interessierte,
in diesem Sommerurlaub hatte ich mit meiner Frau die Gelegenheit das Haus unserer Gastgeber zu hüten, nachdem diese sich in den Urlaub verabschiedet hatten. Dazu gehörte u.a. das allabendliche Zusammentreiben der hofeigenen Entenschar in das für sie vor-gesehene Häuschen, um sie des nachts vor Fuchs und Co. zu schützen. Der vom Hausherrn nur für den Ernstfall bereitgestellte Treibstock war allerdings bei mir im "Dauereinsatz".

Zu dem "Nicht-der-richtige-Herr-sein" kam erschwerend hinzu, das einige Enten unter-einander "Stress machten" und so erst recht keine Lust auf die Enge des Stalls hatten um dem "Zwicken und Flügelschlagen" zu entgehen...

Bei der Vorbereitung dieser Andacht musste ich unweigerlich an dieses "Gleichnis" denken, aber nicht so sehr wegen der Einsicht das nur der richtige Herr richtig "treibt"...und auch nicht die Erkenntnis das sowohl bei Menschen wie auch bei Enten der Zwist untereinander das Zusammenleben erschwert, Nähe meidet, die Fluchttendenz vergrößert und so den einzelnen stark gefährdet und angreifbar macht, als vielmehr die Frage wieviel Freiheit (Auslauf) und wieviel Schutz und feste Struktur (Stall) brauche ich bzw. braucht unser Gemeinde als Ganzes.

Natürlich könnten wir die Enten nur im Stall halten mit dem Ergebnis das etliche ziemlich "abgefressen" und genervt wären und vermutlich kaum Gelegenheit bekämen Eier ("Frucht") zu legen, geschweige den diese auszubrüten. Ebenso ist die "totale Freiheit" des ständigen Auslaufs zu jeder Zeit keine Alternative, da sich über kurz oder lang die "Entenschar" immer weiter (durch den Feind) reduzieren würde.

Es geht also darum die rechte Balance zwischen:
° Stall und Auslauf
° Gesetz und Freiheit
° Ordnung und Lebendigkeit
° Geschlossenheit und Offenheit
° Statik und Dynamik
° Konservativ und Progressiv usw.

zu finden und so ein gelungenes (Gemeinde) Leben möglich zu machen. .
In unserem Gemeindeentwicklungsprozess geht deshalb der Fokus momentan weniger auf den Bereich der Freiheit (übrigens ist das der Punkt der mich am meisten zum Eintritt in die Gemeinde bewogen hat... nicht die tolle Lehre oder die tollen Leute!) als vielmehr auf zwei Baustellen die da heißen: Überarbeitung der Gemeindeordnung und Neuaufstellung der Gemeindestruktur

Eine dritte Baustelle wurde aus der Gemeinde angeregt, nämlich die Beschäftigung mit den Glaubensgrundsätzen unserer Gemeinde. Diese Art "Verfassung" ist wahrscheinlich deshalb notwendig, weil die meisten Gemeindemitglieder aus sehr verschiedenen (christlichen) Hintergründen kommen, sondern auch für jeden Dazukommenden eine Basis für die eigene Auseinandersetzung mit unserer Gemeinde bildet. Die Arbeit an solchen "Ordnungen" ist besonders verantwortungsvoll und herausfordernd, weil sie das "Rückgrat" des Leibes bilden.

Sind sie zu starr wird das Ganze unbeweglich - sind sie zu weich fällt das Ganze zusammen!
Deshalb möchte ich dich heute bitten an diesem "Baugerüst" des Leibes mitzuwirken! Du bist berufen mit zu beten, mit zu denken und mit zu reden, um der starken Seite unserer Freiheit (die zuweilen unsere Schwäche ist!) Sicherheit und Schutz zu geben.


In diesem Sinne wünsche ich Dir auch für Deinen persönlichen Weg mit Jesus die nötige Balance.



Mit lieben Grüßen von Frank S.