Monat Mai
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Joh.12,24
Wenn unser Herr zweimal ´wahrlich´ sagt ist es immer eine wichtige Botschaft. Wir hören in unserem Christenleben oft das wir sterben müssen. Damit ist nicht unser leiblicher Tod gemeint. Unser Ego muss sterben, mit anderen Worten unser 'Ich', das uns so oft im Weg steht, wenn wir Gott von ganzem Herzen dienen wollen. Die Geschichte von Josef, der zum zweitmächtigsten Mann von Ägypten aufstieg verdeutlicht uns das. Was hat dieser Aufstieg ihn gekostet? Ich wage zu behaupten den Verlust seines Egos. Josef war der Liebling seines Vaters, er bekam einen besonderen Rock mit dem er herumstolzierte, das reizte seine Brüder. Dann erzählte er Ihnen auch noch aufgeregt und wichtigtuerisch seine zwei Träume. (nachzulesen in 1.Mose 37, 6-9) Die Brüder wurden immer wütender und sprachen sarkastisch aus was später tatsächlich Wirklichkeit wurde: „ Willst du etwa unser König werden und über uns herrschen?" (1.Mose37,7-8)
Gewiss diese Träume waren von Gott aber er sprach zu einem unreifen Josef. Er gab diese Träume so prahlerisch an seine Brüder weiter, dass diese immer zorniger wurden. Josefs starkes Ego reizte sie zur Weißglut. Nun, den Verlauf der Geschichte kennen wir, die Brüder beschließen ihn zu töten. Doch Ruben hat Erbarmen und sie verkaufen ihn in die Sklaverei. So kommt Josef nach Ägypten. Szenenwechsel: er landet im Gefängnis wo er dem Mundschenk und dem Bäcker des Pharao Träume auslegt. In 1. Mose 40,14-15 kommen nur die Worte mich, mir, ich vor. Es geht nur um ihn. Er wollte die Gabe die Gott ihm gegeben hatte nutzen, um aus dem Gefängnis zu kommen. Doch er muss noch zwei weitere Jahre dort schmoren. Was passiert mit ihm? Ich bin mir ganz sicher, dass Gott ihn abschleift. Der weitere Verlauf der Erzählung zeigt uns das.
Gott hat Erbarmen er kommt aus dem Gefängnis. Der Pharao braucht einen Traumdeuter, der Mundschenk erinnert sich an ihn und Josef ist zur Stelle. Jetzt schlägt er ganz andere Töne an. In 1.Mose 41,16 ist Josef nicht mehr auf sein Ego fixiert. Da heißt es nämlich: „Nicht mir steht dies zu, möge Gott antworten, was dem Pharao Heil bringt. Diese Wandlung! An die Stelle seines Egos tritt jetzt Gott. Josef wurde fähig von sich wegzuschauen, auf die Pläne die Gott mit ihm hatte. So wurde er zum Segen für viele Völker. Durch diesen Prozess gereift, konnte er auch seinen Brüdern vergeben. Was sagt uns diese Geschichte? Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, sind zwei Dinge unumgänglich: unser Ego muss sterben und zweitens: wir müssen immer und immer wieder vergeben. Ich wünsche Euch und mir mutig diesen Prozess geschehen zu lassen. Am Ende steht die Verheißung, das wir viel Frucht bringen. Dass Gott treu ist in seinem Wort haben wir schon oft erfahren.
Gott segne Euch
Eure Martina
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